Die Bergstrasse in Samstagern ist in die Jahre gekommen und muss dringend erneuert werden. Bereits 2015 hat der Kanton ein umfassendes Sanierungsprojekt für 10,9 Millionen Franken ausgearbeitet. Vorgesehen sind zwei neue Kreisel, ein Veloweg, verbesserte Bushaltestellen und ein moderner Strassenbelag. Doch trotz Volks-Ja und klaren Plänen kommt das Projekt seit Jahren nicht vom Fleck.
Nachtragskredit wegen gestiegener Kosten
Vor sieben Jahren stimmten die Richterswilerinnen und Richterswiler dem Gemeindeanteil von 1,37 Millionen Franken zu. Seither gab es kaum Fortschritte – im Gegenteil. «Zuletzt musste der Gemeinderat von Richterswil im September einen Nachtragskredit in der Höhe von 136’000 Franken genehmigen», sagt Christian Stalder (SVP), Gemeinderat von Richterswil. Grund seien gestiegene Baukosten und höhere Landpreise.
Weil die Verantwortung für die Umsetzung beim Kanton liegt, müssen Regierungs- und Kantonsrat das überarbeitete Projekt nun erneut genehmigen. Ein Baubeginn sei frühestens 2027 realistisch, so Stalder – allerdings mit Vorbehalt.
Beschwerde gegen Kreisel beschäftigt Behörden seit Jahren
Eine der grössten Verzögerungen stammt aus einer Beschwerde, die ein Anwohner bereits während der Auflagefrist 2015 eingereicht hatte. Streitpunkt ist einer der beiden geplanten Kreisel bei der Beichlen- und Bärenbrügglistrasse. Da dieser mehr Platz benötigt als die heutige Kreuzung, müsste der Anwohner Land abtreten – für ihn ein unverhältnismässiger Eingriff. Das Verwaltungsgericht wies die Beschwerde 2023 ab, doch ganz erledigt ist der Fall damit nicht.
Neues Schätzungsverfahren kann Projekt weiter verzögern
Aktuell läuft ein Schätzungsverfahren, das den Wert des betroffenen Landes festlegen soll. Dieses Verfahren kann nach dem Entscheid sowohl ans Verwaltungsgericht als auch ans Bundesgericht weitergezogen werden. Die Baudirektion rechnet damit, dass sich das Projekt dadurch um ein bis vier Jahre verzögern könnte.
Der Kanton hofft dennoch auf einen Baubeginn 2027. «Wir hoffen, dass der Entscheid nicht weitergezogen wird», sagt Thomas Maag, Mediensprecher der kantonalen Baudirektion.
Zweites Strassenprojekt bereits in Planung
Parallel dazu hat der Kanton einen weiteren Abschnitt der Bergstrasse – vom A3-Anschluss bis zur Sagibrücke – projektiert. Dieses Vorhaben war bereits öffentlich aufgelegt, befindet sich aber in einem früheren Stadium. Die beiden Projekte sollen nacheinander umgesetzt werden.
Für die Bevölkerung bedeutet dies: Die dringend nötige Sanierung der Bergstrasse bleibt ein Geduldsspiel – und könnte noch Jahre auf sich warten lassen.
