Kürzlich hatte ich das Vergnügen, JOTmc (Tobias Jud) aus Richterswil kennenzulernen, einen leidenschaftlichen und kreativen Künstler, dessen Musik sich hinter einer ruhigen und zurückhaltenden Persönlichkeit verbirgt. Seine musikalische Reise begann bereits mit 14 Jahren, als er zusammen mit Freunden in der Garage seiner Eltern Beats und Rap ausprobierte, geprägt von der damaligen Rap-Szene – ein Genre, das in vielerlei Hinsicht dort ansetzt, wo Punk aufgehört hatte, und eine neue Form roher Ausdruckskraft fortführte.
Während ihn die Musik durch seine Jugend trug, bot Rap einen kraftvollen Ausdruck – eine Stimme ohne Grenzen – brachte aber auch Herausforderungen mit sich; die oft mit dem Genre verbundene soziale Stigmatisierung kann ein harter Block sein und sowohl Künstler als auch Publikum isolieren. Dies führte Tobias in eine dunklere Phase, bevor er einen Schritt zurücktrat, sich der Spiritualität zuwandte und die Musik hinter sich ließ – bis JETZT.
Heute kehrt JOTmc mit neuer Perspektive zurück und zeigt, wie Rap sowohl ausdrucksstark als auch ausgewogen sein kann – seine Stärke bewahrend, aber gleichzeitig die Kanten abmildernd, um Geschichten klar und positiv zu erzählen. Seine erste Veröffentlichung nach fünf Jahren, „Seeleding“, markiert dieses neue Kapitel, zusammen mit einem bevorstehenden Album. Richterswil selbst ist seit langem mit Musikgeschichte verbunden, von der „Ugly Club“-Ära der 70er–90er, in der Legenden wie David Bowie, Pink Floyd, Freddie Mercury und Blondie auftraten, bis hin zu aktuelleren Namen wie Katie Melua und Baby Jail, die durch das Dorf ziehen.
Den neuen Track „Seeleding“ könnt ihr hier hören: https://youtu.be/qrXPtQbhxhM?si=iNE2C2rrc5YnnezX
Und wie JOTmc zeigt, ist manchmal die stärkste Stimme nicht die lauteste, sondern diejenige, die sich endlich wieder zu Wort meldet.
Das neue Album https://linktr.ee/jotmc
